re:publica 2010

Eine neue Kategorie für dieses Blog ist fällig geworden. Sie nennt sich “Mensch-Mensch-Interaktion” und wird in Zukunft Berichte über solche Zusammenkünfte wie BarCamps oder Konferenzen und Unkonferenzen beherbergen. So wie dieser Beitrag über die re:publica 2010 in Berlin vor gut einer Woche.

Sicher, man muss nicht da gewesen sein bei der re:publica. Wer sich aber dennoch dafür entschieden hat, konnte hier ein Menge lernen. Die unterschiedlichsten Sichten auf das Social Web und die Gesellschaft im Ganzen waren vertreten – allesamt von Menschen, die sich darauf eingelassen haben und sich nun fragen, wohin die Reise geht, welche Erfahrungen und Werte winken und welche Stolpersteine und Gefahren am Wegesrand lauern.

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Wie Twitter Unternehmen den Einstieg in den Dialog leichter macht

Als Webmaster hatte ich auch schon den Auftrag, auf Forenbeiträge zu einem Produkt zu antworten. Jeder, der das schon einmal selbst gemacht oder aber als Forenmitglied beobachtet hat, kennt die Misslichkeit einer solchen Situation. Aber warum ist es so schwer für Unternehmen, hier in den Dialog zu kommen?

Zunächst einmal ist es in vielen Fällen sehr aufwändig, alle relevanten Foren und darin die Einträge mit Bezug auf das jeweilige Unternehmen oder Produkt zu finden. Oftmals wird auch in nicht themenbezogenen Foren im Offtopic Bereich über die Erfahrungen mit Firmen diskutiert. Hat man – sei es durch aktives Beobachten oder aber durch Suchmaschinen – einen Eintrag entdeckt, auf den man antworten möchte, wird es erst richtig schwierig.

Am Anfang steht die Registrierung, denn in den meisten Foren kann nicht ohne eigenes Benutzerkonto geschrieben werden. Und so steht man dann da als Neuling mit 0 Beiträgen und gibt sich als Firma XY aus. Selbst wenn es gelingt, dass die eigene Identität hier nicht in Frage gestellt wird, so hat man als Nutzer des Forums noch kein Renommee. Dieses muss man sich normalerweise mit viel Ausdauer erarbeiten. Und das gilt für jedes Forum aufs Neue. Sehr viel Aufwand für einen einzelnen Dialog. Den scheuen viele – auch im Hinblick auf die Erfolgsaussichten – ganz, reagieren mit anwaltlichen Abmahnungen auf (vermeintlich) rufschädigende Beiträge oder beauftragen gar ein Unternehmen mit dem Online Reputation Management.

Szenenwechsel – schauen wir uns Twitter an. Hier hat es sich inzwischen eingebürgert, dass Fremde auf den eigenen Tweet reagieren und antworten. Grundlage hierfür sind vor allem die gespeicherten Suchabfragen, die Twitter-Applikationen (und inzwischen auch die Twitter Website selbst) bieten. Ideal also für Unternehmen. Die können nach dem eigenen Firmen- bzw. Produktnamen suchen und gezielt auf einzelne Tweets antworten, auch und gerade wenn sie nicht an das Unternehmen gerichtet sind. Und auch wenn der Dialog nun 1:1 stattfindet, ist er dennoch öffentlich einsehbar und wird (z.B. durch Re-Tweeting) weiter getragen.

Damit sind auf der Ebene des Mediums die Voraussetzungen geschaffen, sich einen Namen als gesprächsbereiter und kompetenter Dialogpartner zu machen. Und zwar auf nur einer themenübergreifenden Plattform, ohne die Hindernisse in die Gemeinschaft eines bestehenden Forums “einzudringen”. Eine große Chance für Unternehmen, die sich trauen, diesen Schritt zu machen.

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Blogs, Märkte und Web 2.0

Den Kunden predige ich immer, sie müssen sich öffnen und der Diskussion stellen. So ist das “Web 2.0″ eben. Märkte sind Gespräche, und wer nicht mitredet, bleibt außen vor.

Jetzt stecke ich selbst in der Situation. Keine sechs Wochen mit simplyfile am Start, da gibt es einen  “Vergleichstest”. Das Ergebnis ernüchternd, die niedrigste Punktzahl. Wie kann das sein? Frage ich mich und lese etwas genauer. Höchste Punktzahl erhält MediaSpace mit dem Kommentar

Unsere eigene Software ist speziell für die Integration in Unternehmen entwickelt und sorgt für einen sicheren Dateiaustausch.

“Unsere eigene Software”?? Ja, doubleslash.de, Betreiber des Blogs bietet selbst den Dienst MediaSpace an. Das Ganze ist Teil eines ganzen Pakets an Lösungen, die in die unternehmenseigene IT-Infrastruktur eingebunden. Schon eine vollkommen andere Zielgruppe. Richtig getestet wurde bei den anderen Anbietern wohl auch nicht. Jedenfalls nicht bei simplyfile.

Auf meinen Kommentar hat Oliver Belikan, Autor des Artikels, umgehend geantwortet und diskutiert offen mit. Ich bin gespannt, was dabei herauskommt…

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