<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>sw4 Stefan Wild &#187; Mensch-Computer-Interaktion</title>
	<atom:link href="http://sw4.de/category/mensch-computer-interaktion/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://sw4.de</link>
	<description>digitale Kommunikation</description>
	<lastBuildDate>Tue, 22 Jun 2010 11:22:36 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.0.1</generator>
		<item>
		<title>Nicht für Early-Adopter – das Apple iPad</title>
		<link>http://sw4.de/2010/01/nicht-fuer-early-adopter-%e2%80%93-das-apple-ipad/</link>
		<comments>http://sw4.de/2010/01/nicht-fuer-early-adopter-%e2%80%93-das-apple-ipad/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 29 Jan 2010 09:22:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Wild</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mensch-Computer-Interaktion]]></category>
		<category><![CDATA[Technik]]></category>
		<category><![CDATA[apple]]></category>
		<category><![CDATA[ipad]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.sw4.de/?p=327</guid>
		<description><![CDATA[Die Enttäuschung bei vielen war groß, als Apple am Mittwoch das iPad vorstellte. Zu viele Zukunftsvisionen wurden auf dieses Gerät projiziert. Zu viel hatte man von Apple erwartet. Was dann kam, sah auf den ersten Blick nach einem sehr großen iPod touch aus. Nicht besonders revolutionär. Und auch die Einordnung in die extra neu geschaffene [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Enttäuschung bei vielen war groß, als Apple am Mittwoch das <a title="Apple iPad Website" href="http://www.apple.com/ipad/">iPad vorstellte</a>. Zu viele Zukunftsvisionen wurden auf dieses Gerät projiziert. Zu viel hatte man von Apple erwartet. Was dann kam, sah auf den ersten Blick nach einem sehr großen iPod touch aus. Nicht besonders revolutionär. Und auch die Einordnung in die extra neu geschaffene Produktklasse zwischen MacBook und iPhone schien lapidar.</p>
<p><span id="more-327"></span></p>
<p>Doch wenn ich hier von &#8220;vielen&#8221; schreibe, meine ich eigentlich Blogger und Twitterer, die meisten darunter wohl <a title="Wikipedia Artikel zu Early Adopters" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Early_Adopter">Early Adopters</a>. Den Markt für das iPad sehe ich aber viel weniger bei denen – obwohl ich beinahe alle vorgestellten Use Cases bereits umständlicher mit iPhone bzw. Notebook im Wohnzimmer durchgespielt habe – als bei den Otto-Normal-Verbrauchern. Ja, richtig gelesen. Bei den Menschen, denen die bzw. wir Early Adopter heute das Net- oder Notebook einrichten, den Firefox und ein vernünftiges Antivirenprogramm installieren und dann hoffen, dass danach erst einmal kein Anruf mehr kommt.</p>
<p>Was bisher nur sehr wenige beachten, ist die Eignung des iPad als Erstrechner. Also nicht zwischen iPhone und MacBook, sondern stattdessen. Stellt man sich das einmal vor, ergibt die ganze Konstruktion eine Menge Sinn. Fast 150.000 Apps im iTunes Store, die noch viel interessanter sind, wenn man sie nicht schon längst auf dem iPhone nutzt. iCal, iPhoto, iWork, E-Mail, Safari, YouTube – (mal abgesehen vom Drucken) was braucht denn ein Privatuser noch? Viel wichtiger ist da doch, dass man keinen eigenen Schreibtisch für einen Rechner einrichten muss, kein Kabelgewirr. Stattdessen ein Device, das einfach nur funktioniert, und für dessen Benutzung der unbedarfte User noch nicht einmal den Umgang mit der Maus lernen muss. Plötzlich macht auch die Produktklasse wieder Sinn.</p>
<p>Hier sehe ich großes Potential. Und es passt alles zusammen: Inhalte können direkt über die iTunes Store und iBook Apps auf das iPad geladen werden, wenn sie nicht ohnehin direkt aus dem Netz kommen (YouTube, Safari, E-Mail). Es gibt Adapter zum Anschluss einer Kamera, für SD Karten und für externe Monitore, sogar eine Tastatur. Und ich ahne, dass man das iPad nicht einmal zum Installieren mit einem Rechner verbinden muss. Auch die für diese Zielgruppe <a title="Tagesschau Beitrag zur Vorstellung des iPad" href="http://www.tagesschau.de/multimedia/video/video644968.html">passenden</a> <a title="Zeit Artikel zur Vorstellung des iPad" href="http://www.zeit.de/digital/mobil/2010-01/ipad-testberichte">Medien</a> berichten Dank des großen Erfolgs von iPod und iPhone zeitnah über das Gerät. Zu guter letzt hat man einen Einstiegspreis erreicht, der gerade einmal bei der Hälfte des Erwarteten liegt.</p>
<p>Obwohl auch ich mir mehr von Apple erhofft hatte, gehe ich von einem großen Erfolg für das iPad aus. Spannend wird, was die nächsten Hard- und Softwaregenerationen bringen. Sicherlich genug, was dann auch die Early Adopter fesselt.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://sw4.de/2010/01/nicht-fuer-early-adopter-%e2%80%93-das-apple-ipad/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>5</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>10/GUI Multitouch Interface Konzept für den Desktop</title>
		<link>http://sw4.de/2009/10/10gui-multitouch-interface-konzept-fur-den-desktop/</link>
		<comments>http://sw4.de/2009/10/10gui-multitouch-interface-konzept-fur-den-desktop/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 19 Oct 2009 09:10:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Wild</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mensch-Computer-Interaktion]]></category>
		<category><![CDATA[desktop]]></category>
		<category><![CDATA[interface]]></category>
		<category><![CDATA[multitouch]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.sw4.de/?p=268</guid>
		<description><![CDATA[In meinem Beitrag zum Thema Multitouch Interaktion hatte ich die Idee einer vom Display getrennten Multitouch Oberfläche erwähnt. Dazu gibt es jetzt das Zehnfinger Konzept 10/GUI von R. Clayton Miller, eindrucksvoll präsentiert durch dieses Video. (via kottke.org)]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In meinem <a href="http://www.sw4.de/2009/08/die-multi-touchscreen-zukunft/">Beitrag zum Thema Multitouch Interaktion</a> hatte ich die Idee einer vom Display getrennten Multitouch Oberfläche erwähnt. Dazu gibt es jetzt das Zehnfinger Konzept <a href="http://10gui.com/">10/GUI</a> von R. Clayton Miller, eindrucksvoll präsentiert durch dieses Video.</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="482" height="265" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=6712657&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=0&amp;color=ff9933&amp;fullscreen=1" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="482" height="265" src="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=6712657&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=0&amp;color=ff9933&amp;fullscreen=1" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p><em>(via <a href="http://kottke.org/09/10/10gui">kottke.org</a>)</em></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://sw4.de/2009/10/10gui-multitouch-interface-konzept-fur-den-desktop/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Die Multi-Touchscreen Zukunft</title>
		<link>http://sw4.de/2009/08/die-multi-touchscreen-zukunft/</link>
		<comments>http://sw4.de/2009/08/die-multi-touchscreen-zukunft/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 28 Aug 2009 11:48:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Wild</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mensch-Computer-Interaktion]]></category>
		<category><![CDATA[Technik]]></category>
		<category><![CDATA[multitouch]]></category>
		<category><![CDATA[surface]]></category>
		<category><![CDATA[touchscreen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.sw4.de/?p=254</guid>
		<description><![CDATA[Update 22.09.09: In der aktuellen Ausgabe der iX findet sich ein Interview mit Prof. Dr. Michael Haller zum Thema Multitouch-Interaktion. Multi-Touch Technologie ist älter als man im ersten Moment annehmen würde. Bereits Anfang der 80er Jahre wurde mit der heute als &#8220;Pinch to zoom&#8221; bekannten Geste experimentiert. Der große Durchbruch in der breiten Öffentlichkeit kam [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Update 22.09.09: </strong>In der aktuellen Ausgabe der iX findet sich ein <a href="http://www.heise.de/ix/artikel/2009/10/112/">Interview mit Prof. Dr. Michael Haller</a> zum Thema Multitouch-Interaktion.</p>
<p>Multi-Touch Technologie ist älter als man im ersten Moment annehmen würde. Bereits Anfang der 80er Jahre wurde mit der heute als &#8220;Pinch to zoom&#8221; bekannten Geste experimentiert. Der große Durchbruch in der breiten Öffentlichkeit kam aber erst mit dem Erscheinen des Apple iPhone in 2007. Bereits 16 Monate vorher <a href="http://www.ted.com/talks/lang/eng/jeff_han_demos_his_breakthrough_touchscreen.html">präsentierte</a> Jeff Han (inzwischen mit seiner Firma <a href="http://www.perceptivepixel.com/">Perceptive Pixel</a> unterwegs) auf der TED Conference seinen 30 Zoll Rückprojektions Multi-Touchscreen, der seit 2008 von Microsoft unter dem Namen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Microsoft_Surface">Surface</a> (in diesem Jahr von der c&#8217;t <a href="http://www.heise.de/ct/Microsofts-Multitouch-Tisch-Surface--/artikel/135188">getestet</a>) verkauft wird. Reichlich <a href="http://news.google.de/news/search?um=1&amp;ned=de&amp;hl=de&amp;q=tablet+apple">Spekulationen</a> gibt es auch um ein Tablet von Apple mit Multi-Touch, das für 2010 erwartet wird. Zudem hat Apple bereits ein Patent eingereicht, dessen Gegenstand das &#8220;tactile feedback&#8221; – also eine haptische Rückmeldung – für Touchscreens ist.</p>
<p>Es stellt sich also die Frage, wie sich die Benutzerschnittstellen und dazugehörigen Geräten entwickeln werden. Ich behaupte, dass wir in den nächsten Jahren eine realistische Alternative zu Maus und Tastatur haben werden. Dass sich mehrere hundert Millionen Nutzer dafür umgewöhnen müssten, lasse ich hier als Argument nicht gelten, schließlich haben sich die meisten dieser Nutzer sogar auf das Texten per Handytastatur eingerichtet. Allerdings glaube ich, dass nicht der Touchscreen-Aspekt –also die Kombination von Darstellung und Eingabe in einem Gerät – das entscheidende ist, sondern die Flexibilität, die eine Multi-Touch Oberfläche bietet, z.B. eben in Verbindung mit haptischem Feedback. Im Klartext: Auf dem Schreibtisch sehe ich auch weiterhin einen Bildschirm und ein Eingabegerät, wärend sich im mobilen Bereich der Touchscreen bereits durchgesetzt hat.</p>
<p>Aber wie könnte dieses Eingabegerät aussehen? Tippen wir dann Silben statt Buchstaben ähnlich der Eingabe von japanischen und chinesischen Zeichen per <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Eingabemethode#Mit_einem_speziellen_Eingabeprogramm_.28Input_Method_Editor.29">IME</a>? Passt sich die &#8220;Tastatur&#8221; kontextabhängig an ahnt die nächsten Schritte voraus? Oder arbeiten wir dann vielmehr mit einem Interface, das <a href="http://siftables.com/">gar keine Ähnlichkeit</a> mit dem Bestehenden hat?</p>
<p>Zur Vertiefung des Themas empfehle ich den ausführlichen Artikel <a href="http://www.billbuxton.com/multitouchOverview.html">Multi-Touch Systems that I Have Known and Loved</a> von William Buxton (Microsoft Research).</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://sw4.de/2009/08/die-multi-touchscreen-zukunft/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Interview mit Marco Zehe, zuständig für Barrierefreiheit bei der Mozilla Corporation</title>
		<link>http://sw4.de/2009/08/interview-mit-marco-zehe-zustandig-fur-barrierefreiheit-bei-der-mozilla-corporation/</link>
		<comments>http://sw4.de/2009/08/interview-mit-marco-zehe-zustandig-fur-barrierefreiheit-bei-der-mozilla-corporation/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 14 Aug 2009 08:01:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Wild</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mensch-Computer-Interaktion]]></category>
		<category><![CDATA[accessibility]]></category>
		<category><![CDATA[interview]]></category>
		<category><![CDATA[marco zehe]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.sw4.de/?p=245</guid>
		<description><![CDATA[Sein Erfahrungsbericht über das iPhone 3GS für blinde Menschen hat Ende der letzten Woche im Web die Runde gemacht. Grund genug für mich, Marco Zehe, um ein Interview zu bitten. Darin verrät er etwas über seinen Job bei der Mozilla Corporation im Bereich Barrierefreiheit und gibt einige essentielle Tipps für Webworker zum Thema Accessibility. sw4.de: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sein Erfahrungsbericht über das iPhone 3GS für blinde Menschen hat <a href="http://www.sw4.de/2009/08/das-iphone-3gs-fur-blinde-menschen/">Ende der letzten Woche</a> im Web die Runde gemacht. Grund genug für mich, <a href="http://www.zehe-edv.de/">Marco Zehe</a>, um ein Interview zu bitten. Darin verrät er etwas über seinen Job bei der Mozilla Corporation im Bereich Barrierefreiheit und gibt einige essentielle Tipps für Webworker zum Thema Accessibility.</p>
<p><span id="more-245"></span></p>
<p><strong>sw4.de:<br />
</strong>Erzähl etwas über dich und deine Arbeit.</p>
<p><strong>Marco Zehe:<br />
</strong>Ich bin Jahrgang &#8217;73 und habe mich schon immer für Computertechnik interessiert. Das ging irgendwann mit portablen Telespielen los, ging über einen C64 bis hin zum ersten PC. In der Schule hatte ich ab der 3. Klasse einen sprechenden Taschenrechner, mein erstes richtiges Blindenhilfsmittel.  Später kamen dann Hilfsmittel für den PC, die ich dann auch fürs Studium benutzt habe.</p>
<p>Bei Mozilla bin ich zuständig für den Bereich Barrierefreiheit, und dort vorrangig für die Qualitätssicherung. Ich teste also das, was die Entwickler neu einbauen, auf Barrierefreiheit oder tatsächliche Praxistauglichkeit mit assistiven Technologien. Ich gebe Bugreports von Anwendern und Webentwicklern weiter, finde natürlich auch selbst Fehler und arbeite viel als Kommunikationsschnittstelle zwischen der Entwicklung und den Herstellern von Screen Readern usw.</p>
<p><strong>sw4.de:<br />
</strong>Bist du von Geburt an blind?</p>
<p><strong>Marco Zehe:<br />
</strong>Ja. Ich habe etwas, das sich Retinitis con genita Leber schimpft und ca. 20% aller Geburtsblinden weltweit betrifft. Ca. 8 bis 10 Wochen nach der Geburt hören die Augen auf sich weiterzuentwickeln. Ich sehe den Unterschied zwischen hell und dunkel, kann also auch sehen, ob es Tag oder Nacht ist oder ob in einem Raum das Licht brennt. Ich kenne aber weder Farben noch Kontraste.</p>
<p><strong>sw4.de:<br />
</strong>Wie es zu dem Job bei der Mozilla Corporation gekommen?</p>
<p><strong>Marco Zehe:<br />
</strong>Ich habe als Communitymitglied angefangen, habe einfach irgendwann angefangen Entwicklerversionen des Firefox zu testen und Bugs einzutragen. Das hat den damaligen hauptsächlichen Entwickler, Aaron Leventhal von IBM, beeindruckt, und nachdem ich einige Zeit so mitgearbeitet habe, erhielt ich eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch. Es ging mit ein paar Telefoninterviews los, und der Rest ist Geschichte. :) Seit Anfang Dezember 2007 arbeite ich fest als Qualitätssicherer für Mozilla.</p>
<p><strong>sw4.de:<br />
</strong>Welche Hilfsmittel setzt du bei der Arbeit mit dem Computer ein?</p>
<p><strong>Marco Zehe:<br />
</strong>Screen Reader verschiedener Hersteller unter Windows (NVDA, JAWS, Window-Eyes, HAL und System Access), den einzigen unter Linux und dem GNOME Desktop verfügbaren namens Orca, und auch natürlich VoiceOver, den in Mac OS X eingebauten Screen Reader. Dazu nutze ich sowohl am stationären PC als auch am MacBook Braillezeilen zur Ergänzung.</p>
<p><strong>sw4.de:<br />
</strong>Dein Erfahrungsbericht zum Umgang mit dem Apple iPhone 3GS ist ja – nicht zuletzt durch den Artikel im Heise Newsticker – sehr oft gelesen worden. Ich war überrascht, dass das iPhone mit dem Touchscreen Interface überhaupt für Blinde in Frage kommt, aber wie das funktioniert hast du ja sehr anschaulich beschrieben. Wie waren die anderen Reaktionen?</p>
<p><strong>Marco Zehe:<br />
</strong>Von erstaunt über erfreut bis hin zu absolut fassungslos war alles dabei. Besonders gefreut hat mich, dass so viele deutschsprachige Mac- und iPhone-zentrierte Blogs und Newsseiten das Thema aufgegriffen haben. Von so vielen verschiedenen Quellen hatte ich noch bei keinem Blogeintrag Pingbacks erhalten. Dadurch wurde der Artikel ziemlich weit gestreut und das Thema einer sehr breiten Öffentlichkeit vorgeführt. Wie man an einigen Kommentaren in meinem Blog ersehen kann, hat das auch schon einige Entwickler von iPhone-Anwendungen erreicht, und es kamen Nachfragen. Wenn daraus irgendwann die eine oder andere von Beginn an mit VoiceOver kompatible Anwendung resultiert, freut mich das riesig!</p>
<p><strong>sw4.de:<br />
</strong>Für Webworker, die sich nicht von sich aus schon intensiv mit der Materie beschäftigt haben, ist das Thema Accessibility oft sehr abstrakt. Und nicht immer gibt es der Kundenauftrag her, die nötige Zeit darauf zu verwenden. Kannst du außer &#8220;Alternativ-Texte für alle Bilder&#8221; Tipps geben, wie man mit wenig Aufwand zumindest ein Minimum an Zugänglichkeit erreichen kann?</p>
<p><strong>Marco Zehe:<br />
</strong>Ein paar wesentliche Dinge:</p>
<ol>
<li>Labels mit Inputs verknüpfen. Also Label-Elemente mit dem for-Attribut und entsprechend zugeordnete Inputs. Es gibt nichts schlimmeres als nicht eindeutig zuordnbare Inputfelder.</li>
<li>Eine sinnvolle Headingstruktur. Bevor man &lt;div&gt;&#8230;&lt;/div&gt; schreibt und das mit irgendwelchen CSS-Formatierungen versieht, sollte man doch lieber H1 bis H6-Elemente verwenden, da können Screen Reader wesentlich mehr mit anfangen.</li>
<li>Redundanzen vermeiden. Will man eine Navigation mit grafischen Links anbieten, braucht man keine Textalternative zusätzlich einzubauen, wenn man die Grafiken vernünftig mit alternativen Texten versieht. Die Grafiken sieht der Blinde eh, und es gibt nichts frustrierendes als redundante Infos.</li>
<li>Apropos alternative Versionen: Bitte KEINE alternativen Versionen von Sites, die &#8220;text-only&#8221; sind. Das zu pflegen bedeutet immer einen Heidenaufwand und garantiert, dass die Nur-Text-Version irgendwann nicht mehr aktuell ist.</li>
<li>Flash vermeiden oder nur gezielt und dann barrierefrei einsetzen. Es gibt soviel Flash-Müll im Netz, der zwar irgendwie wichtig, aber überhaupt nicht barrierefrei ist, dass es echt frustrierend ist, manche Seiten anzusurfen.</li>
</ol>
<p><strong>sw4.de:<br />
</strong>Gibt es bei Website Accessibility Dinge, die dich nerven, weil sie besonders häufig vorkommen und / oder sehr leicht zu vermeiden wären?</p>
<p><strong>Marco Zehe:<br />
</strong>Ein bisschen das, was in der Liste oben steht. Vor allem nicht beschriftete Grafiken, nicht mit vernünftigen Labels versehene Inputs, nicht barrierefreies Flash. Gerade die ersten beiden Dinge sind wirklich leicht vermeidbar.</p>
<p><strong>sw4.de:<br />
</strong>Wenn ich einen Screenreader einschalte, habe ich erst einmal nur damit zu tun, mich darauf einzustellen. Aber das ist für dich ja kein Hinderniss, sondern auf den Aufbau der Seite kommt es an. Wie können Sehende die Zugänglichkeit am besten testen?</p>
<p><strong>Marco Zehe:<br />
</strong>Dazu habe ich mal einen englischsprachigen Artikel verfasst, in dem ich eine kurze Einführung in die Benutzung des Screen Readers NVDA gebe: <a href="http://www.marcozehe.de/articles/how-to-use-nvda-and-firefox-to-test-your-web-pages-for-accessibility/">http://www.marcozehe.de/articles/how-to-use-nvda-and-firefox-to-test-your-web-pages-for-accessibility/</a></p>
<p><a href="http://www.marcozehe.de/articles/how-to-use-nvda-and-firefox-to-test-your-web-pages-for-accessibility/"></a><strong>sw4.de:<br />
</strong>Gibt es in der Hinsicht etablierte Verfahren, wie du z.B. auch mit den Kollegen bei Mozilla zusammen arbeitest?</p>
<p><strong>Marco Zehe:<br />
</strong>Nein, etablierte Verfahren gibt es nicht. Die Erfahrung hat aber gezeigt, dass man schon nach dem Lesen von ein bisschen Lektüre auch als Sehender mit einem Screen Reader zumindest soweit kommt, dass man sich ein ungefähres Bild machen kann. Die Kollegen gerade in der Webentwicklung nutzen bei Mozilla die Screen Reader immer häufiger, um eigene Implementierungen zu testen, bevor sie an mich herantreten. Sie lernen dabei natürlich sehr viel über ihre Seiten und auch eventuelle Fehler, wenn ihnen die Sprachausgabe nämlich irgendwelchen unverständlichen Mist erzählt. :)</p>
<p><strong>sw4.de:<br />
</strong>Letzte Frage: Erkennen Screenreader eigentlich Emoticons oder hörst du dann wirklich &#8220;Semikolon, Bindestrich, Klammer zu&#8221;?</p>
<p><strong>Marco Zehe:<br />
</strong>Das kommt immer auf die Emoticons an. Solche die in reiner Textform auftauchen, werden teilweise durch Einträge im Aussprachewörterbuch bei den verschiedenen Screen Readern richtig gelesen, oder sie werden eben als Satzzeichenkombinationen vorgelesen. Grafische Emoticons werden, sofern vernünftige Alternativtexte da sind, eben so vorgelesen, wie es der alternative Text vorgibt, entweder eben auch als Satzzeichen (ggf. umgewandelt durch Wörterbucheinträge) oder als Klartext, wenn dieser hinterlegt ist.</p>
<p><strong>sw4.de:<br />
</strong>Vielen Dank für das Interview.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://sw4.de/2009/08/interview-mit-marco-zehe-zustandig-fur-barrierefreiheit-bei-der-mozilla-corporation/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>3</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Das iPhone 3GS für blinde Menschen</title>
		<link>http://sw4.de/2009/08/das-iphone-3gs-fur-blinde-menschen/</link>
		<comments>http://sw4.de/2009/08/das-iphone-3gs-fur-blinde-menschen/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 07 Aug 2009 06:56:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Wild</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mensch-Computer-Interaktion]]></category>
		<category><![CDATA[accessibility]]></category>
		<category><![CDATA[iphone]]></category>
		<category><![CDATA[voiceover]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.sw4.de/?p=210</guid>
		<description><![CDATA[Auch für Sehende lesenswert ist der Erfahrungsbericht von Marco Zehe, Qualitätsbeauftragter für die Funktionen zur Barrierefreiheit für die Produkte der Mozilla Corporation, nach einem Monat Nutzung des Apple iPhone 3GS mit dem mitgelieferten Screenreader VoiceOver. Es ist, wie geschrieben, schon erstaunlich, was alles schon ohne weiteres Zutun möglich ist! Apple haben ihr Versprechen definitiv gehalten, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auch für Sehende lesenswert ist der <a href="http://www.zehe-edv.de/2009/08/04/das-zugangliche-iphone-3g-s-ein-erfahrungsbericht/">Erfahrungsbericht von Marco Zehe</a>, Qualitätsbeauftragter für die Funktionen zur Barrierefreiheit für die Produkte der Mozilla Corporation, nach einem Monat Nutzung des Apple iPhone 3GS mit dem mitgelieferten Screenreader <a href="http://www.apple.com/accessibility/iphone/vision.html">VoiceOver</a>.</p>
<blockquote><p>Es ist, wie geschrieben, schon erstaunlich, was alles schon ohne weiteres Zutun möglich ist! Apple haben ihr Versprechen definitiv gehalten, dass sämtliche mit dem iPhone ausgelieferte Anwendungen mit VoiceOver kompatibel sind.</p></blockquote>
<p>Für Entwickler gibt es den <a href="http://developer.apple.com/iPhone/library/documentation/UserExperience/Conceptual/iPhoneAccessibility/Accessibility_on_iPhone/Accessibility_on_iPhone.html">Accessibility Programming Guide for iPhone OS</a>, der beschreibt, wie die Screenreader Technologie sinnvoll in eigenen Apps unterstützt werden kann.</p>
<p><em>Gefunden bei <a href="http://www.heise.de/newsticker/iPhone-3GS-mit-VoiceOver-fuer-blinde-Menschen-nutzbar--/meldung/143092">heise online</a></em></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://sw4.de/2009/08/das-iphone-3gs-fur-blinde-menschen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

<!-- Dynamic Page Served (once) in 0.110 seconds -->
