Nicht für Early-Adopter – das Apple iPad

Die Enttäuschung bei vielen war groß, als Apple am Mittwoch das iPad vorstellte. Zu viele Zukunftsvisionen wurden auf dieses Gerät projiziert. Zu viel hatte man von Apple erwartet. Was dann kam, sah auf den ersten Blick nach einem sehr großen iPod touch aus. Nicht besonders revolutionär. Und auch die Einordnung in die extra neu geschaffene Produktklasse zwischen MacBook und iPhone schien lapidar.

Doch wenn ich hier von “vielen” schreibe, meine ich eigentlich Blogger und Twitterer, die meisten darunter wohl Early Adopters. Den Markt für das iPad sehe ich aber viel weniger bei denen – obwohl ich beinahe alle vorgestellten Use Cases bereits umständlicher mit iPhone bzw. Notebook im Wohnzimmer durchgespielt habe – als bei den Otto-Normal-Verbrauchern. Ja, richtig gelesen. Bei den Menschen, denen die bzw. wir Early Adopter heute das Net- oder Notebook einrichten, den Firefox und ein vernünftiges Antivirenprogramm installieren und dann hoffen, dass danach erst einmal kein Anruf mehr kommt.

Was bisher nur sehr wenige beachten, ist die Eignung des iPad als Erstrechner. Also nicht zwischen iPhone und MacBook, sondern stattdessen. Stellt man sich das einmal vor, ergibt die ganze Konstruktion eine Menge Sinn. Fast 150.000 Apps im iTunes Store, die noch viel interessanter sind, wenn man sie nicht schon längst auf dem iPhone nutzt. iCal, iPhoto, iWork, E-Mail, Safari, YouTube – (mal abgesehen vom Drucken) was braucht denn ein Privatuser noch? Viel wichtiger ist da doch, dass man keinen eigenen Schreibtisch für einen Rechner einrichten muss, kein Kabelgewirr. Stattdessen ein Device, das einfach nur funktioniert, und für dessen Benutzung der unbedarfte User noch nicht einmal den Umgang mit der Maus lernen muss. Plötzlich macht auch die Produktklasse wieder Sinn.

Hier sehe ich großes Potential. Und es passt alles zusammen: Inhalte können direkt über die iTunes Store und iBook Apps auf das iPad geladen werden, wenn sie nicht ohnehin direkt aus dem Netz kommen (YouTube, Safari, E-Mail). Es gibt Adapter zum Anschluss einer Kamera, für SD Karten und für externe Monitore, sogar eine Tastatur. Und ich ahne, dass man das iPad nicht einmal zum Installieren mit einem Rechner verbinden muss. Auch die für diese Zielgruppe passenden Medien berichten Dank des großen Erfolgs von iPod und iPhone zeitnah über das Gerät. Zu guter letzt hat man einen Einstiegspreis erreicht, der gerade einmal bei der Hälfte des Erwarteten liegt.

Obwohl auch ich mir mehr von Apple erhofft hatte, gehe ich von einem großen Erfolg für das iPad aus. Spannend wird, was die nächsten Hard- und Softwaregenerationen bringen. Sicherlich genug, was dann auch die Early Adopter fesselt.

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  1. 29. Januar 2010 um 10:59 Uhr

    Felix sagt,

    Ich bin bis jetzt nicht viel weiter mit dem Lesen gekommen, aber ich dachte die hätten das am Mittwoch vorgestellt ;-)

    (Und die Fontfarbe der Kommentareingabefelder ist viel zu hell…)

  2. 29. Januar 2010 um 11:05 Uhr

    Felix sagt,

    So, zum Artikel: Dem kann ich nur zustimmen. Ich hatte auch vor meiner Mutter, die sich mit dem heimischen Windows-Rechner (sehr) schwer tut, ein Mac Mini zum Geburtstag zu schenken, aber das wäre auch eine gängige Alternative, und da sie ein Dezember-Kind ist, werde ich noch genug Zeit haben rauszufinden wie gut das Ding klappt :-)

    Zum Thema drucken gibt es auch Lösungen, ich glaube z.B. von HP und Epson Apps gesehen zu haben, die zumindest Fotos über WLAN an Drucker schicken können, ich denke mit diesem “gemeinsamen datenbereich” dürften die auch ziemlich schnell viel von dem anderen Kram drucken können.

  3. 29. Januar 2010 um 14:26 Uhr

    Stefan Wild sagt,

    @Felix

    Erstmal vielen Dank für den Hinweis – Mittwoch war natürlich der große Tag. Ich hab’s im Post korrigiert.

    Bei mir sieht es sehr ähnlich aus. Mein Vater hat inzwischen den zweiten Mac Mini, aber immer noch das Gefühl, das Ding nicht wirklich im Griff zu haben.

    Was das Drucken angeht, fehlt momentan einfach noch die Funktion in den iPhone Apps und ich habe auch noch nichts anderweitiges gehört. Aber wie du schon schreibst, sollte das auch kein sonderliches Problem sein mit WLAN und Bluetooth. Hier gibt es ja etablierte, offene Schnittstellen, die genutzt werden können.

  4. 29. Januar 2010 um 14:27 Uhr

    Astrid sagt,

    Was mir am iPad fehlt, sind eindeutig Schnittstellen und integriertes Zubehör, wie Kamera und Mikrofon. Ebenso ist kein Flashplayer integriert, der für viele Webseiten benötigt wird. Es ist nötig, dass auch der Speicher erweitert wird, denn niemand wird das Gerät kaufen wollen, wenn sie die gleichen Möglichkeiten beim iPhone haben, nur in kleinerem Format.

  5. 29. Januar 2010 um 14:41 Uhr

    Stefan Wild sagt,

    @Astrid

    Jemand, der schon ein iPhone hat, wird meiner Ansicht nach das iPad eher nicht kaufen wollen. Aber jemand, der kein iPhone hat und so ein Gerät auch nicht immer mit sich herumtragen will, sondern für zu Hause auf der Couch etwas sucht, vielleicht schon.

    Ich weiß nicht, ob du dich eher bei den Early Adopters oder eher bei den Otto-Normal-Verbrauchern siehst, aber mir als sehr technik-affiner Mensch fehlen auch einige Schnittstellen und Funktionen. Das wollte ich genau mit dem Post herausstellen – es “fehlt” zwar einiges, aber vielen Menschen dürfte das egal sein.

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